Verlagert sich der menschliche Anteil vielleicht einfach an eine andere Stelle und liegt er vielleicht nicht mehr in jedem einzelnen Satz, sondern in der Auswahl der Themen, in den Fragen, die gestellt werden (sofern die nicht auch von der KI kommen) und der Qualitätssicherung am Ende? […]
Die Probleme im Journalismus liegen an den vielen Stellen, an denen der Mensch die Kontrolle abgibt und es kaum noch möglich ist, Ergebnisse nachzuvollziehen oder darauf einfach verzichtet wird.
Dieses Problem, dass die Zuverlässigkeit von Informationen nicht klar ist, gibt es im Journalismus schon immer. In der Berichterstattung aus Kriegsgebieten ist es oft schwer, einzuschätzen, was man glauben kann. Aber hier kann man es dazuschreiben, ohne dass jemand denkt: Das ist aber ziemlich unseriös.
Bei KI-Recherchen ist das anders. […] Medien wollen transparent sein, um Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Aber wenn sie transparent verraten, dass sie zur Erstellung von Inhalten KI-Systeme nutzen, verringert das ihre Glaubwürdigkeit. Wie könnten sie damit umgehen?
Und – darum ging es oben schon – es ist gar nicht klar, was mit „KI-generiert“ gemeint ist. Das ist aber wichtig, denn offenbar reagieren Menschen nicht auf verschiedene Grade an KI-Einsatz unterschiedlich.
Ralf Heimann, MDR Altpapier, 18.06.2026 (online)

