Zitiert: Ungarns neue Regierung und ihr Umgang mit dem Staatsfernsehen

Dass es einen echten Politikwechsel in Budapest gar nicht gibt, scheint für deutsche Medien kaum ein Thema zu sein. Warum eigentlich nicht? […]

Es ist eine Mär, dass die Ungarn gezwungen wurden, Orbán zu wählen. Sie taten es freiwillig, so wie sie ihm nun freiwillig das Vertrauen entzogen und einen friedlichen Machtwechsel erzwangen. Es ist auch falsch zu behaupten, dass die Ungarn durch die Propaganda der öffentlich-rechtlichen Medien so beeinflusst wurden, dass sie am Ende gegen ihre Überzeugung abgestimmt hätten. […]

Obwohl er kaum noch eingeschaltet wurde, wurde der ÖRR in Ungarn zuletzt mit 450 Millionen Euro an Steuergeldern finanziert – eine zwangsweise erhobene Rundfunkgebühr gibt es nicht. Ein weiterer Vorwurf gegen Orbán lautete: Er kontrolliere auch große Teile der privaten Medien. Nur: Die Zeitungen haben kaum noch Auflage, die besten Tageszeitungen kommen gerade mal noch auf 15.000 Abos, Wochenmagazine auf 40.000 Exemplare. Damit lässt sich kaum Stimmung machen oder die öffentliche Meinung manipulieren. Die Ungarn informierten sich derweil vor allem bei Facebook und Youtube. […]

Ungarn wird auch unter der neuen Regierung weiter Energie aus Russland beziehen und einen Beitritt der Ukraine zur EU kritisch sehen. Leider ist davon in deutschen Medien wenig bis nichts zu lesen oder zu hören. Genauso wenig wie davon, dass die Regierungspartei gerade einmal 29 Mitglieder hat, dass es inzwischen Hausdurchsuchungen bei Bloggern gab, dass diese sogar kurzzeitig inhaftiert wurden.

Alexander Teske, berliner-zeitung.de, 28.07.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)