Ist Mario Basler so, wie er sich öffentlich gibt – oder hat er sich nur ein Image verpasst? Und was wäre schlimmer? Ein Podcast des SWR unternimmt einen fragwürdigen Bekehrungsversuch.
Es ist nur ein Satz, zumal aus einem Podcast. Und in Podcasts wird gerne mal geredet, ohne vorher groß nachzudenken. Aber: „Mario Basler – Letzter Typ“ ist kein Laber-, sondern ein Recherche-Podcast. Ein Format also, in dem Dinge eher nicht einfach so dahingesagt, sondern reflektiert werden – zumal wenn es wie hier eine Recherche des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist. Da gibt es für gewöhnlich ein Skript, eine Redaktion, eine Abnahme und vor allem in jedem Stadium der Produktion die Möglichkeit, Dinge zu korrigieren. Vor der Veröffentlichung. […]
Und dann sagt Reckers in der finalen Folge von „Mario Basler – Letzter Typ“ diesen Satz: „Ich kann Basler nicht so richtig in eine Schublade stecken, wie ich es vielleicht am Anfang gedacht habe.“ Versteht man das richtig: Eine Journalistin macht für die Öffentlich-Rechtlichen einen Podcast mit der Erwartung, ihre Hauptperson am Ende in eine Schublade stecken zu können? Ernsthaft? Müsste es nicht eher andersherum sein und der Podcast ein differenzierteres Bild ermöglichen, als es größere Teile der Öffentlichkeit womöglich von Basler haben?
Stefan Fischer, sueddeutsche.de, 23.03.2026 (online)

