Die Arbeitsbedingungen im Journalismus werden von der überwiegenden Mehrheit als zunehmend belastend eingeschätzt. 82,4 Prozent sind eher oder voll und ganz der Meinung, dass ihre Arbeit verdichteter geworden sei, bei gleichbleibenden oder geringeren personellen Ressourcen. 56,6 Prozent geben an, dass die Beschäftigungssicherheit eher oder voll und ganz abgenommen habe. Über Dreiviertel (77,7 Prozent) sind zudem eher oder voll und ganz der Meinung, dass die Anforderungen an journalistische Arbeit sich durch das veränderte politische Klima und öffentliche Debatten erhöht hätten. 39 Prozent der Befragten geben an, bereits einmal über einen Berufsausstieg nachgedacht zu haben, wobei Journalistinnen dies signifikant häufiger berichten als Journalisten. 37,5 Prozent stimmen eher oder voll und ganz zu, Themen nicht aus Angst vor Anfeindungen, sondern generell aufgrund gestiegener Arbeitsbelastung vermieden zu haben. 60,3 Prozent sehen die Pressefreiheit in Deutschland eher oder voll und ganz in Gefahr. Für 79,5 Prozent der Befragten gehen erlebte Anfeindungen im Vergleich zu strukturellen Veränderungen entweder überhaupt nicht oder nur in geringerem Maße mit beruflichen Einschränkungen einher.
European Centre for Press and Media Freedom, 25.03.2026 (online)

