Zitiert: Programmtreu für die Quote – auch am 4. November 1989

Der neue Intendant des staatlichen DDR-Fernsehen hatte entschieden, die Demonstration zum 4. November 1989 übertragen zu lassen. Er bot zudem dem ARD-Vorsitzenden die Übertragungsrechte an der Veranstaltung an.

“Der ARD-Vorsitzende berief umgehend eine Telefonkonferenz der Intendanten der öffentlich-rechtlichen westdeutschen Sender ein, um dieses Angebot in einer größeren Runde zu besprechen und zu einer einvernehmlichen Entscheidung zu kommen. Bis zu diesem Zeitpunkt sendete an diesem Vormittag das Erste Deutsche Fernsehen programmgemäß die Übertragung eines Tennisturniers mit Boris Becker. …

Die Zuschauer des westdeutschen Fernsehens sollten nicht durch ene unangekündigte Programmänderung verärgert werden, zumal die überwältigende Mehrheit der Zuschauer sich dem Tennissport verbunden fühle. Der Volksaufstand der Bevölkerung in jenem zweiten deutschen Staat sei zwar bedeutsam und schätzenswert, aber doch nur von regionalem Interesse.

Als sie später die Entscheidung begründen sollten, hieß es, es sei an jenem Tag das Anliegen der ARD-Anstalten und ihrer Intendanten gewesen, im Blick auf die Optimierung der Zuschauerbindung programmtreu zu bleiben.”

Christoph Hein: Gegenlauschangriff. Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschem Kriege. Suhrkamp, 2019, S. 67 f.

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)