Denn Hörer sind Gewohnheitstiere, noch mehr als Zuschauer: Sie hören ihre Sender, schalten ein, wenn sie Zeit haben und hören dann – oft zur Überraschung der Hörfunkmacher – alles was kommt. Weil sich Hörer auch gern überraschen lassen. Wie sagte mir mal ein Freund? Wenn ich das Radio anmache, möchte ich, dass mir einer was erzählt.
Und das soll dann möglichst kein Gute-Laune-Hoch-die-Hände-Wochenende-Programm sein, sondern was mit Substanz.
Serendipity war nach meiner Erinnerung in den frühen Jahren des Internet ein viel diskutierter Begriff: Das Glück, auf ein Thema zu stoßen, von dem ich bisher gar nicht gewusst hatte, dass es mich interessiert. Also nicht gezielte Suche, sondern das Glück des Findens.
Auch die Programmdirektorin von Deutschlandradio Jona Teichmann sagte heute bei der Vorstellung der Programmreform des Deutschlandfunk, dass dies die „Stärke des Radios“ sei: dass man auf einmal etwas hört, das man nie gesucht hätte.
Dennoch bleibt die geplante Programmreform beim Deutschlandfunk umstritten. Und ein bisschen hat man den Eindruck, dass die Verantwortlichen beim Deutschlandradio selbst überrascht sind, wie viele „Hardcore-Hörer“ sie auf einmal haben
Diemut Roether, linkedin, 03.07.2026 (online)

