Der professionelle Politikjournalismus darf sich nicht auf das Motto „wir sind immer besser“ zurückziehen. Das ist nicht so. Es gibt auch schlechten professionellen Journalismus.
Es gibt viele neue Kommunikator:innen in dem Themenfeld, die aber nicht alle unbedingt Journalismus machen. Das bringt das Publikum manchmal durcheinander. Viele dieser Kommunikator:innen sind nur im Netz aktiv und machen oft nur Ableitungen aus zweiter, dritter Hand, von Inhalten, die sie anderen Medien entnommen haben. Da wird vieles lediglich weitergedreht und mit Memes und Meinungen ergänzt. Dem fehlt dann oft eine journalistische Herangehensweise, eine tiefgründige Recherche oder auch die kundige Aufbereitung von Vorgängen. Eine kontinuierliche Begleitung von Politik und speziellen Themenfeldern wird vorwiegend von professionellen Redaktionen geleistet.
Ich sehe die Scheidelinie nicht zwischen etablierten journalistischen Anbietern und neuen Akteur:innen, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus. In Redaktionen spielen hier vor allem Kapazitätsgründe eine Rolle.
Tanjev Schultz, dfjv.de, 20.08.2026 (online)

