Zitiert: Politikjournalismus mit fehlender politischer Analyse

Um das Stichwort “Politikerzitate“ aufzugreifen: Politikjournalismus – das bedeutet ja leider allzu oft, dass es um die Stimmung in diesem oder jenem Lager, die zwischen diesem und jenem Politiker nicht mehr stimmende “Chemie“, um Querelen “hinter den Kulissen“ bzw. “Widerstand im eigenen Lager“ geht. Als hervorragend recherchiert gelten Artikel, die davon leben, dass Politiker entsprechende Informationen an die Medien durchgestochen haben – sei es, weil sie selbst die parteiinternen Angreifer sind, oder weil sie sich als Opfer sehen. Im Spiegel erscheinen nicht selten solche Artikel; das obige Zitat stammt aus einem kostenpflichtigen. Mit politischer Analyse hat das aber wenig zu tun, in solchen Texten wird letztlich nur implizit abgefeiert, wie nah man doch dran ist am “Spiel“.

René Martens, Altpapier des MDR, 30.7.2019 (online)

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)