Ich denke da viel drüber nach. Ich habe diesen Beruf gewählt, weil ich fundamental daran glaube, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf korrekte Informationen hat. Ich habe meinen Job immer als eine Brücke zu jemand anderem gesehen. Es geht nicht um mich, es geht nicht um meine Organisation. Es geht darum, Informationen zu sammeln, Regierungen und Personen des öffentlichen Lebens zur Verantwortung zu ziehen und die Information den Leuten zu liefern, die keine Chance haben, selbst im Raum zu sein. Wenn jemand sagt: Du bist ein Feind des Volkes, dann stellt das meine Überzeugungen auf den Kopf.
Es ist schwer zu sehen, dass Leute das glauben, dass wir wirklich der Feind sind. Die Ansicht ist verbreitet, auch wenn ich wünschte, es wäre nicht so. Was tun, um zu zeigen, dass wir das nicht sind? Transparent sein in unseren Entscheidungen, transparent sein, wenn wir Fehler machen. Journalismus ist menschlich. Sehr selten steckt böser Wille hinter einem Fehler. Aber wenn etwas passiert, sollten wir offen sagen, warum. Die Leute mitnehmen hinter die Kulissen unserer Arbeit, unserer Entscheidungsfindung, erklären, warum wir etwas getan oder nicht getan haben. Dann, so hoffe ich, sehen die Leute, dass hier Menschen sind, die das wirklich ernst nehmen und ihr Antrieb ist, den Menschen faktenbasierte Informationen zu liefern.
Julie Pace, derstandard.at, 23.01.2026 (online)

