Was sich ändern muss, ist unser Verständnis von erzählenswerten Geschichten: Wessen Geschichten erzählen wir und welche Rollen können Menschen darin einnehmen? Damit das passiert, dürfen sich Newsrooms nicht mehr so stark am Breaking-News-Zyklus orientieren. Dass Frauen als Quellen in Newsrooms unterrepräsentiert sind, liegt daran, dass man sich wegen strenger Deadlines eher an Personen wendet, die ohnehin sichtbar sind. Wenn Autorinnen vielleicht noch nie für ein großes Medium geschrieben haben, braucht das Lektorat länger. Wenn man also will, dass die eigene Plattform vielfältiger wird, heißt das nicht: „Macht das einfach!“ Die Lösung ist es, den Autorinnen und Autoren mehr Zeit zu geben. Fuller ist deshalb keine Breaking-News-Organisation, weil wir Veränderung vorantreiben wollen.
Eliza Anyangwe, derstandard.at, 24.04.2026 (online)

