Zitiert: Millionengrab per Staatsvertrag – KEF setzt Länder unter Druck

Die KEF rüffelt in ihrem neuesten Bericht auch die Bundesländer. Durch detaillierte Vorgaben zu Standorten, insbesondere bei der ARD, würden Unwirtschaftlichkeiten im hohen Millionenbereich entstehen. Die zuständigen Länder werfen nun teilweise Nebelkerzen. […]

Ein großer Punkt sind die verschiedenen Standorte der ARD, dabei gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten: Die einen, die von den jeweiligen Bundesländern staatsvertraglich festgeschrieben sind, und solche, die sich die ARD aus eigenen Stücken leistet, um in allen Regionen der Republik präsent zu sein. Vor allem die ersten Standorte sind interessant: Von den insgesamt 207 Liegenschaften der ARD liegen 76 – also mehr als ein Drittel – an gesetzlich oder staatsvertraglich vorgegebenen Standorten. […]

Besonders viel Klärungsbedarf sieht die Kommission beim MDR – und damit bei den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Vor allem Sachsen und Sachsen-Anhalt waren zuletzt immer wieder mit Kritik an ARD und ZDF und ihren angeblich fehlenden oder nicht stark genug ausgeprägt Sparbemühungen aufgefallen. Die KEF dreht den Spieß nun um […]

Dass einige Bundesländer so sehr abblocken, wenn es um Standortfragen und staatsvertraglich fixierte Standorte der ARD geht, mutet schon fast paradox an. Man kann nicht unentwegt Einsparungen und mehr Effizienz fordern, wenn man an anderer Stelle diese Ziele aktiv sabotiert. Es ist aber nicht das erste Mal, dass die Politik in den Bundesländern sehr darauf bedacht ist, eigene Interessen durchzusetzen.

Timo Niemeier, dwdl.de, 26.02.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)