Die Anzeigenblätter, die ausnahmslos von lokaler Printwerbung leben, liegen bei 1,3 Milliarden Euro Jahresumsatz in Deutschland. Teilt man das durch die Anzahl der Deutschen, ergibt es ungefähr 16 Euro pro Kopf. Wenn Sie einen Landkreis mit 100.000 Einwohnern haben, multiplizieren Sie die Einwohnerzahl mit den 16 Euro. Macht 1,6 Millionen Euro. Das ist der Printumsatz der Anzeigenblätter vor Ort. Das ist ja wohl ein lokaler Werbemarkt. Und wenn Sie sagen: Ich will davon nicht 100 Prozent, sondern ich peile fünf Prozent an, dann haben Sie schon 80.000 Euro zusammen und damit einen Journalisten finanziert. […]
Bleibt die Frage: Wo findet man Unternehmer, die Medien und Journalismus als Chance entdecken? Das waren mal Drucker wie Franz Burda Senior oder Richard Gruner, selbst auch keine Journalisten. Sie müssen kein Koch sein, um ein Restaurant zu gründen, Sie können den Koch auch anstellen. Wenn lokale Unternehmer Medien als Markt entdeckten und wenn pro Gemeinde nur einer von ihnen beschließen würde, zu gründen – dann hätten wir einen lokalen Medienreichtum wie noch nie.
Sebastian Turner, journalist.de, 20.07.2026 (online)

