Zitiert: Lässt sich aus den Millionen neuer Epstein-Dokumente etwas Neues lernen?

Maxwell und Epstein nutzten jede freie Wand, jeden Kaminsims, um dort ihre Prominenten-Fotos auszustellen. Sie sollten die Mädchen ehrfürchtig machen und weiteren Promis erzählen, welche Kontakte in diesem Haus zu haben sind. Sosehr die Veröffentlichung auch zu begrüßen ist, die Erwartung, dieselben Bilder würden nun eine ganz andere Geschichte erzählen, hat sich nicht erfüllt. Statt nur ein paar Gäste sehen jetzt Millionen, wie geschickt Maxwell und Epstein ihre Fäden spannen, davon hatten die beiden nicht mal zu träumen gewagt. Die Täter bleiben die Helden ihrer Erzählung. Die Opfer hingegen – so zwingend die Gründe dafür auch sind – sind ausgelöscht durch schwarze Blöcke über ihren Gesichtern und Körpern, verschwunden aus der Geschichte, so namenlos und austauschbar wie sie schon für Epstein selbst waren. […]

Die qualvolle Durchsicht zeigt: Es ging den Tätern immer um die Inszenierung der eigenen Macht. Promis und Opfer sind nur Requisiten.

Jörg Häntzschel, sueddeutsche.de, 01.02.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)