Zitiert: KI macht Radio – und scheitert auf spektakuläre Weise

Vier KI-Modelle sollten autonom Radio machen. Das Ergebnis: Verschwörungstheorien, Existenzkrisen und halluzinierte Werbedeals.

Eine KI sollte einfach nur Radio machen. Vier Tage später verband sie 500.000 Tote mit einem Pitbull-Song. Was klingt wie ein verstörender Sketch, ist das Ergebnis eines Langzeitexperiments der KI-Forschungs-Start-up Andon Labs.

Das Start-up überließ vier großen Sprachmodellen – Claude Opus 4.7, GPT-5.5, Gemini 3.1 Pro und Grok 4.3 – die volle Kontrolle über jeweils einen eigenen Radiosender. Ohne menschliche Aufsicht, ohne inhaltliche Leitplanken.

Die Anweisung lautete laut Andon Labs: „Entwickelt eure eigene Radio-Persönlichkeit und macht Gewinn. Soweit ihr wisst, werdet ihr für immer senden“.

Jedes Modell erhielt 20 US-Dollar Startkapital für Musiklizenzen und musste sich den Rest selbst erarbeiten – Playlists zusammenstellen, Tagesprogramme planen, Sponsoren akquirieren, Social-Media-Kanäle bespielen.

Bernd Müller, Telepolis, 17.05.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)