In Zeiten von KI ist noch auf die Justiz Verlass, oder? Schließlich zählen dort noch echte Fakten. Ein Bericht aus den USA zeigt: Das Gegenteil ist der Fall. […]
Dem Bericht zufolge nutzen immer mehr Anwälte KI für Schriftstücke in laufenden Verfahren. Das Problem: Die KI-Anwendungen zitieren nicht existierende Gerichtsurteile, verfälschen Aussagen oder geben Urteile falsch wieder. Das ist besonders problematisch für das anglo-amerikanische Fallrecht, das sich maßgeblich auf Präzedenzfälle stützt.
Damien Charlotin, Rechtswissenschaftler an der Wirtschaftshochschule HEC Paris, betreibt eine Online-Datenbank, die weltweit Verfahren erfasst, in denen Gerichte Personen wegen des Vorbringens von Dokumenten mit KI-Fehlern sanktioniert haben. Laut dieser Datenbank gab es bis April 2026 weltweit mehr als 1300 solcher Gerichtsverfahren. Allein 800 der Fälle entfielen auf US-Gerichte, erklärte Charlotin gegenüber NPR.
Robin Ahrens, heise.de, 14.04.2026 (online)

