Zitiert: Kann das europäische „W Social“ das neue Twitter werden?

W Social soll einen vertrauenswürdigen Raum schaffen, in dem Nutzer ohne algorithmische Empörungsmaschinerie diskutieren können. Seit dem 9. Mai läuft die Testphase, im Juni soll die Beta-Version starten. Nutzer, die sich für das soziale Netzwerk anmelden wollen, müssen sich über eine eigene App mit Personalausweis und Gesichtsscan identifizieren, wobei anonyme Accounts weiter möglich sind.  […]

Das Start-up hat im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt und sich mit dem früheren Vizekanzler und FDP-Wirtschaftsminister Philip Rösler sowie der Bundesdatenschutzbeauftragten Luisa Specht-Riemenschneider prominente Unterstützung an Bord geholt. Gründerchefin Zeiter, eine deutsche Juristin, die in Zürich lebt, präsentierte das Projekt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos und gab zahlreiche Interviews in deutschsprachigen Medien. „Das Ziel ist es, europäische Medien auf die Plattform zu holen“, erklärt Zeiter im Gespräch mit dem Tagesspiegel. […]

W Social steht beispielhaft für die Airportisierung des digitalen öffentlichen Raums, wo versucht wird, mit strengen Sicherheitskontrollen auf Freiheitsbedrohungen zu reagieren. So könnte W Social am Ende zu einem elitären Club mit Lounge-Charakter werden. Die Trolle und Bots bleiben draußen. Aber die interessanten Debatten vielleicht auch.

Adrian Lobe, tagesspiegel.de, 26.05.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)