Das Buch wurde schon oft totgesagt und liegt trotzdem erstaunlich stabil in Badetaschen, auf Nachttischen und Tresen. Ich glaube deswegen nicht, dass es verschwindet, aber seine Stellung verändert sich immer wieder. Das Buch konkurriert mit sehr vielen anderen Formen von Aufmerksamkeit, manche davon sind bei gewissen Gruppen einfach beliebter. Das scheint uns Bibliophilen natürlich schrecklich. Gleichzeitig ist es sehr wahrscheinlich kein Weltuntergang. Mir tut es eher leid, wenn Schreibende und Verlage nicht mehr ihrem genuinen Interesse folgen können, sondern so sehr von der Marktwirtschaft unter Druck gesetzt werden, dass sie keine Risiken mehr eingehen können und Bücher machen müssen, die „funktionieren“.
Isabel Wagner, nd-aktuell.de, 19.06.2026 (online)

