Zitiert: Games als Kulturgut

Dass Spiele in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer unterschätzt werden, liegt auch an mangelnder Sichtbarkeit in klassischen Medien und Kulturinstitutionen. Wenn Museen, Feuilletons und Kulturhäuser Games als Kulturgut begreifen würden, wäre das ein entscheidender Schritt, um dieses Medium endlich als das zu sehen, was es ist: ein wichtiger Teil unserer Gegenwartskultur. Die Tatsache, dass wir dieses Gespräch führen, ist sozusagen Symptom des Problems und Teil der Lösung zugleich. […]

Dabei gibt es wohl kein Medium, das so breit und komplex ist wie das Videospiel. Es reicht von simplen Reiz-Reaktions-Klassikern wie „Tetris“ oder „Pong“ über Handyspiele mit ausbeuterischen Monetarisierungsstrategien bis hin zu multimedialen Erlebnissen, die versuchen, uns das Leben eines syrischen Flüchtlings nachempfinden zu lassen. Und all das wird mit dem gleichen Wort beschrieben: Spiel. Vielleicht haben wir also ein Begrifflichkeitsproblem, das dafür sorgt, dass diese enorme Vielfalt oft übersehen wird – anstatt zu zeigen, wie groß und facettenreich dieses Medium geworden ist.

Johanna Pirker, sueddeutsche.de, 18.12.2025 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)