Wir haben anderthalb Jahre lang versucht, die Landespolitiker davon zu überzeugen – vergeblich. Es wäre sinnvoll gewesen, die Landesfunkhäuser auszubauen und aus Adlershof ein Gemeinschaftsprogramm zu senden. Der DFF lieferte in dieser Zeit das beliebteste Programm im Osten. Aber die Medienpolitik wurde vom Westen aus gesteuert. Auch im Fernsehen wurden die neuen Führungspositionen mit Westdeutschen besetzt, und die Zuschauer bekamen das Gefühl, dass ARD und ZDF weiter mit einem Blick von außen über sie berichten. Ich denke, wenn es ein gemeinsames Programm gegeben hätte, in dem sich die Ostdeutschen wiedergefunden hätten, wäre politisch und mental im Osten einiges anders gelaufen.
Alfred Roesler-Kleint, berliner-zeitung.de, 05.04.2026 (online)

