Während Produzenten und technische Dienstleister dank Zwangsabgabe von Streamern und einer Verdopplung der Bundesförderung rosigen Zeiten entgegen sehen können, fehlt es nach wie vor an einer substantiellen Unterstützung der Kinos und Festivals. […]
Anja Weisgerber von der CSU und Wiebke Esdar von der SPD erdachten sich in den Tagen zwischen den Studiobesuchen einen Kompromiss, der das Wohlwollen beider Seiten fand. Es werde zwar ein Gesetz, sagten sie, das berücksichtige aber die Interessen aller. Die Zwangsabgabe betrage nur acht Prozent und alles andere regelten die Öffnungsklauseln (opt-out hört sich besser an). Damit könnten sich die Streamer, von möglicherweise unangenehmen Forderungen nach deutschsprachigen Anteilen oder des Rückfalls von Verwertungsrechten, „freikaufen“. […]
Mit den Opt-out-Optionen hat Weimer die Hoffnung verbunden, die avisierten Investitionen von rund 15 Milliarden Euro in fünf Jahren übertreffen zu können. Allerdings, darauf haben mehrere Verbände unlängst hingewiesen, müssen einer solchen Branchenvereinbarung das BKM oder die Filmförderanstalt (FFA) beziehungsweise die Produzenten oder Sender zustimmen. […] In diesen Öffnungsklauseln steckt der bürokratische Aufwand, den eine Selbstverpflichtung vermieden hätte. […]
Zurecht weisen die Kinoverbände darauf hin, dass sich das deutsche Filmfördersystem nicht mehr im Gleichgewicht befindet. Während die Produzenten gepampert werden, bluten die Kinos aus.
Helmut Hartung, medienpolitik.net, 11.02.2026 (online)

