Zitiert: Fehlendes Papier wird zum Problem der Kunstbuchbranche

Nachdem einige Papierfabriken pleitegegangen sind und andere mit der Herstellung von Kartonagen für den Onlinehandel beschäftigt sind, wird der Markt für das Papier, auf das Bücher gedruckt werden, eng. Gerade die Preise für die besonders feinen Papiere, die Steidl für seine Fotobücher benötigt, steigen. Manche davon hat er mit spezialisierten Firmen selbst entwickelt. Erst kürzlich, am 24. Juni, wurde wieder ein Insolvenzverfahren für eine dieser Firmen angemeldet, für die zur Lenk-Gruppe gehörende 300 Jahre alte Papierfabrik Schleipen.

Und in Offenbach hat gerade Manroland dichtgemacht, der Druckmaschinenhersteller, bei dem Steidl gerade noch die neue 706 3B Evolution Elite gekauft hatte. Ersatzteile werden deshalb künftig ein Vielfaches kosten. Buchbindereien, die Steidls handwerklichen Standards genügen, gibt es auch immer weniger, die Preise für Druckfarben steigen.

Zwar seien die Sammler, für die er seine Bücher mache, bereit, für hohe Qualität gutes Geld zu bezahlen. Die Texte darin sind auf Englisch, vor ihm liegt also ein Weltmarkt. Aber die enorm gestiegenen Herstellungskosten schieße er vor, und erst nach einem Jahr etwa komme das Geld für eine Auflage zurück. Außerdem leide der Weltabsatz, sagt Steidl auch, unter der Zensur in China, die seine Bücherpakete öffne und zerfleddere, außerdem unter den von Trumps USA erhobenen Zöllen.

Marie Schmidt, sueddeutsche.de, 23.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)