Die politische Medienbildung steht in Deutschland vor großen Herausforderungen und ist gleichzeitig ein zentraler Baustein demokratischer Infrastruktur, meint Journalismus-Professorin Tong-Jin Smith. […]
Politische Medienbildung, verstanden als die Befähigung, Medien – einschließlich digitaler Plattformen und KI-Tools – für die politische Meinungs- und Willensbildung kritisch zu nutzen und zu verstehen, ist somit kein „nice to have“. Sie ist vielmehr eine Notwendigkeit für die digitale Demokratie. […]
Dass politische Bildungsmaßnahmen – auch in der politischen Medienbildung – familiär bedingte Ungleichheiten in Demokratiekompetenzen ausgleichen und die demokratische Ordnung dadurch stabiler und inklusiver gestalten können, belegen empirische Studien Zur Auflösung der Fußnote. Dennoch werden aktuell nicht alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland gleichermaßen erreicht. […]
Will man also politische Medienbildung in allen Schulen verankern, bedarf es eines systemischen Ansatzes. Da der Bildungsföderalismus ein nationales Curriculum wie beispielsweise in Finnland kaum zulassen wird, gilt es nationale Mindeststandards bei gleichzeitiger Wahrung föderaler Innovationsspielräume und die verpflichtende Integration medienpädagogischer Inhalte in allen Phasen der Lehrkräfteausbildung zu etablieren.
Tong-Jin Smith, bpb.de, 19.02.2026 (online)

