Funk verliert mit „Brave Mädchen“ und „Der dunkle Parabelritter“ zwei Youtube-Formate. Tut die öffentlich-rechtliche Plattform gut daran, Influencern ihren journalistischen Auftrag zu überlassen? […]
Was „Brave Mädchen“ anbelangt, steht Funk auf den ersten – und wohl auch den zweiten – Blick nicht besonders gut da. […] Die Plattform muss sich nun die Frage gefallen lassen, wieso es zehn Podcast-Folgen lang gedauert hat, um festzustellen, dass dieses Youtube-Format eben kein öffentlich-rechtliches Format hat, wenn es sich zum Prinzip macht, durch Häme und Hass Reaktionen zu provozieren, die man dann auf eine verächtliche Weise ausschlachtet, die weitere Reaktionen hervorruft und so weiter.
Da schließt sich auch der Kreis zu „Der dunkle Parabelritter“ und dem Entschluss von Alex Prinz, seine Kooperation mit Funk aufzukündigen. Diese Trennung ist nicht die Folge eines großen Krachs. Vielmehr erklärt Prinz, sehr knapp zusammengefasst, dass es ihm zu anstrengend sei, öffentlich-rechtlichen Anforderungen zu genügen.
Und das liegt eben nur zum Teil an als zu bürokratisch empfundenen Strukturen. Sondern auch daran, dass die Öffentlich-Rechtlichen anders funktionieren müssen als Youtube und die sozialen Netzwerke.
Stefan Fischer, sueddeutsche.de, 16.03.2026 (online)

