Steile These zur angeblichen Diskrepanz zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung. Im digitalen Zeitalter trifft das einfach nicht mehr den Punkt. Es gibt so viele veröffentlichte Meinungen. Auch zum Thema Neutralität ließe sich viel sagen, das Wort kommt zum Beispiel in unserem Auftrag gar nicht vor. Dort stehen die Worte Objektivität und Überparteilichkeit, auch das müsste Frau Klöckner als früheres Rundfunkratsmitglied des SWR eigentlich wissen. Unser Job ist es, allen Menschen ein Angebot zu machen. Mit Themen, die sie bewegen, über die sie lachen oder auch weinen können. Mit Geschichten, in denen sie sich wiederfinden. Mit Angeboten, bei denen es um Zuhören und Verstehen geht, nicht darum, zu belehren. Gelingt uns das immer? Nein, aber deswegen hinterfragen und optimieren wir uns permanent. Machen wir dabei Fehler? Ja, und je konkreter die Kritik formuliert ist, desto besser können wir damit umgehen. Wie gehen wir mit Fehlern um? Leider immer noch zu oft nicht gut.
Florian Hager, faz.net, 02.02.2026 (online)

