Zehn Jahre lang hat das Förderprogramm Filmerbe für die Digitalisierung von deutschen Filmklassikern gesorgt. Jetzt steht das Programm auf der Kippe. Der Bund, die Länder und die Filmförderungsanstalt müssen handeln. […]
Warum gilt dann nach wie vor: Filmerbe in Gefahr? Weil, kaum überraschend, die Finanzierung auf der Kippe steht. Die FFA leidet unter Einnahmerückgängen. Einige Bundesländer haben sich ganz aus dem Programm zurückgezogen, besonders jene, in denen nur wenige Filme produziert wurden – als würden Filme nur dort geschaut, wo sie entstanden sind. Auch der Kulturstaatsminister musste seinen Anteil im Rahmen einer globalen Minderausgabe um etwa ein Drittel kürzen, signalisiert jedoch, diese Summe auch zukünftig bereitstellen zu wollen. Insgesamt ist damit das Programm, das 2028 ausläuft, seit dem vergangenen Jahr um die Hälfte geschrumpft. […]
In der Diskussion um die Zukunft des Förderprogramms droht nun eine Umdeutung und letztlich die Aufgabe der ursprünglichen Ziele. Die Richtlinie formuliert unmissverständlich: „Ergebnis der Digitalisierung ist mindestens Vorführqualität.“ Eine Vorführgeschichte im Kino ist die unabdingbare Voraussetzung, Kinotauglichkeit dann das Endprodukt der Digitalisierung. Das lässt sich nicht ohne Aufwand erreichen.
Rainer Rother, faz.net, 14.07.2026 (online)

