Aber das Magazin wird ja seit seiner Gründung 1965 hart angegangen – auch, weil sich die Redaktion schon immer den Debatten gestellt hat. Als ich angefangen habe, gab es noch eine Sendung „Monitor im Kreuzverhör“, da kam die Kritik direkt im Anschluss per Telefon. Hinzu kamen oft Hunderte Briefe, die wir als Redakteure in der Regel selber beantwortet haben. Diesen Austausch hat die Digitalisierung nicht nur beschleunigt, sondern auch radikalisiert. Durch die Anonymität sozialer Medien, müssen sich unsere Kritiker den Schaum vorm Mund nicht mehr abwischen. […]
Wir bei „Monitor“ dienen halt als Angriffsflächen all jener, die das System im Allgemeinen und die Öffentlich-Rechtlichen im Besonderen abschaffen wollen. Von der anderen Seite der Brandmauer kommt da schon eine ganz andere Wucht als vor 20 Jahren auf uns zu. Wir stehen einfach auch persönlich stärker im Fokus der Angriffe. Vieles davon würde ich schon als digitale Gewalt beschreiben.
Georg Restle, dwdl.de, 26.03.2026 (online)

