Was gestern zwei Millionen kostete, geht morgen für zweihunderttausend; die Schwelle zwischen Amateur und Profi, die unser Geschäftsmodell ein Jahrhundert lang schützte, wird porös.
Die zwei Horror-Blockbuster dieses Kinojahres haben eine ähnliche Erfolgsgeschichte. „Backrooms“, entstanden aus einem Youtube-Kurzfilm, den ein 16-Jähriger in seinem Kinderzimmer erschaffen hatte, spielte am Startwochenende in den USA 81 Millionen Dollar ein. „Obsession“, das für 750 000 Dollar gedrehte Spielfilmdebüt eines Youtube-Filmemachers, hat weltweit bereits mehr als 400 Millionen Dollar eingespielt. Der Nachwuchs kommt nicht mehr von der Filmhochschule über den Festival-Kurzfilm zur ersten Förderung – sondern mit einem Millionenpublikum im Rücken von einer digitalen Plattform.
Martin Moszkowicz, sueddeutsche.de, 21.08.2026 (online)

