Zitiert: Die Produktionskosten von Filmen fallen ins Bodenlose

Was gestern zwei Millionen kostete, geht morgen für zweihunderttausend; die Schwelle zwischen Amateur und Profi, die unser Geschäftsmodell ein Jahrhundert lang schützte, wird porös.

Die zwei Horror-Blockbuster dieses Kinojahres haben eine ähnliche Erfolgsgeschichte. „Backrooms“, entstanden aus einem Youtube-Kurzfilm, den ein 16-Jähriger in seinem Kinderzimmer erschaffen hatte, spielte am Startwochenende in den USA 81 Millionen Dollar ein. „Obsession“, das für 750 000 Dollar gedrehte Spielfilmdebüt eines Youtube-Filmemachers, hat weltweit bereits mehr als 400 Millionen Dollar eingespielt. Der Nachwuchs kommt nicht mehr von der Filmhochschule über den Festival-Kurzfilm zur ersten Förderung – sondern mit einem Millionenpublikum im Rücken von einer digitalen Plattform.

Martin Moszkowicz, sueddeutsche.de, 21.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)