Zitiert: Die Medien stehen unter Druck

KI, Plattformmacht und der Kampf um Aufmerksamkeit verändern die Bedingungen, unter denen Journalismus überhaupt noch finanziert werden kann. Genau hier müsste ein Medienstaatsminister ansetzen: bei fairen Wettbewerbsbedingungen, bei der Macht von Big Tech, bei der Finanzierung von Journalismus und bei der Frage, wie Medienvielfalt in Zukunft überhaupt noch möglich sein soll. Er könnte dafür sorgen, dass Medienhäuser wirtschaftlich mehr Luft bekommen, die angekündigte Plattformabgabe vorantreiben oder sich um die Bedingungen für privaten Journalismus kümmern.

Stattdessen diskutiert er lieber über das ZDF. Das ist auch etwas faul, denn man kann sich selbst immer am besten als großer Reformer inszenieren, wenn man nicht für die Reform zuständig ist. Und wenn Weimer das mit seinem eigenen Aufgabenbereich nicht hinbekommt, dann sollte er vielleicht nicht mehr darüber nachdenken, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu privatisieren – sondern sich selbst.

Ann-Kathrin Leclere, taz.de, 16.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)