Der Deutschlandfunk plant eine umfangreiche Programmreform. Die Fachmagazine, die bislang vor allem das Nachmittagsprogramm prägten, sollen aufgegeben werden. Im Sender gibt es Kritik an diesen Plänen.
Nach dem am Donnerstag vorgestellten vorläufigen Sendeschema sollen die bisher von Fachredaktionen erstellten Fachsendungen wie „Tag für Tag“, „Büchermarkt“ oder „Forschung aktuell“ abgeschafft werden. Stattdessen soll es neben den Informationsmagazinen längere Magazinsendungen zu allgemeinen Themen wie Kultur oder Wissen geben.
Jona Teichmann, Programmdirektorin von Deutschlandradio, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), die Reform solle „die Redaktionen entlasten und die Qualität des Programms sichern“. Deutschlandradio glaube an die Zukunft des Radios, müsse und wolle aber auch „im Digitalen wirken“. Die geplante Programmreform sei „kein Sparprogramm: Wir schließen keine Redaktionen.“ Es gehe darum, Radio und Digitales besser zu verzahnen, sagte sie dem epd: „Wir werden nichts mehr digital only produzieren.“ Der Sender erhoffe sich von der Reform eine „stärkere publizistische Durchschlagskraft: Wir verändern uns an einigen Stellen, damit wir bleiben, was wir sind.“ […]
Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue sagte, das neue Programmschema sei „keine Revolution“, die Veränderungen seien allerdings für das „Hardcore-Deutschlandfunk-Publikum tiefgehend“. Dennoch sei er zuversichtlich, dass auch diese Hörer im neuen Programm alles wiederfinden würden, was ihnen wichtig ist.
Der Hörfunkrat, der der Reform nicht zustimmen muss, hat die Geschäftsleitung aufgefordert, „nachvollziehbare und messbare Kriterien festzulegen, um die Programmreform transparent evaluieren zu können“. Das Aufsichtsgremium betonte, es sei ihm wichtig, dass „die programmliche und von den Nutzenden sehr geschätzte einzigartige DNA des Deutschlandfunks – insbesondere bezüglich Qualität, Fachlichkeit und Vielfalt – erhalten bleibt“.
epd medien, 02.07.2026 (online)

