Zitiert: Der Wert von „Querdenkern“ oder „Unruhestiftern“

Noch Anfang der 2010er-Jahre konnten Sie in Nachrufen lesen, X oder Y sei ein Unruhestifter gewesen oder ein Querdenker, der sich nichts vorschreiben ließ, der selbständig und mutig auf heikle Themen zuging. Es galt als Auszeichnung, dass man nicht mit dem Strom schwimmt, sondern den Mut hat, dem gesellschaftlichen Konsens entgegenzutreten und mit eigener Stimme zu sprechen. Das gab es in der Politik, in der Kunst und in der Wissenschaft. Adorno hätten Sie problemlos als „Querdenker“ oder „Unruhestifter“ ansprechen können. Als Norbert Elias in den 1970er-Jahren den Adorno-Preis verliehen bekam, wurde er in der Laudatio als „Außenseiter“ bezeichnet und fühlte sich in besonderer Weise geehrt, weil eben auch Adorno ein solcher Außenseiter des Wissenschaftsbetriebs gewesen war. Das würde heute wahrscheinlich eher Befremden hervorrufen.

Ralf Konersmann, sueddeutsche.de, 04.01.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)