Zitiert: Der Mut zur Kultur schwindet beim Deutschlandfunk

Fachmagazine weg, Inhalte über den Tag verstreut: Der Deutschlandfunk verspricht mehr Tiefe. Doch seine Reform droht das Programm zu verflachen.

Das Radio lebt in zwei Wirklichkeiten. Nach jeder neuen Reichweitenmessung feiern die Sender sich als verlässlichstes und meistgenutztes Medium. In den Kommentarspalten gilt Radio dagegen als langweiliges Überbleibsel. […]

Beim Deutschlandfunk warnen nun Mitarbeitervertretungen vor unsicheren Perspektiven für freie Autoren und weniger Raum für Fachbeiträge. Verdi spricht von einem tiefgreifenden Umbau, der Deutsche Journalisten-Verband vor einem Verlust an Vielfalt und fachlicher Tiefe.

Sogar der Hörfunkrat verlangt messbare Kriterien, anhand derer die Folgen der Reform überprüft werden können. Das ist vernünftig. Der Deutschlandfunk erreicht täglich 2,52 Millionen Menschen. Ein Mangel an Publikum ist sein Problem bislang nicht.

Ein beitragsfinanzierter Sender muss nicht jede Minute auf maximale Zugänglichkeit trimmen. Seine Stärke liegt gerade darin, Aufmerksamkeit nicht nur zu bedienen, sondern zu erzeugen; Interessen nicht nur zu messen, sondern zu wecken.

Thomas Pany, Telepolis, 16.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)