Zitiert: Der Medienbetrieb der Neunziger war wie eine Waschmaschine …

… die einmal am Tag lief. Heute rotiert die Maschine rund um die Uhr – im Schleudergang. Gleichzeitig ist die politische Lage viel ungemütlicher: Die teils extremistische AfD führt in Umfragen, Russland ist wieder Gegner und die USA sind keine Freunde mehr. Anders als in den Neunzigern, als Politikverdrossenheit eine flüchtige Verstimmung war, ist die Sorge um die Demokratie heute existenziell.

Der Journalismus landet damit in einem Dilemma, denn es ist ja einerseits seine Kontrollaufgabe, über Krisen zu berichten. Andererseits seien Krisen ein „Kernelement des Populismus“, wie der Politologe Cord Schmelzle vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Frankfurt am Main sagt. „Populisten betten diese Krisen in eine größere Erzählung des Niedergangs ein, mit Helden und Schurken, wobei die Populisten natürlich die Helden und die korrupten Eliten die Schurken sind.“

Nicolas Richter, sueddeutsche.de, 28.05.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)