Es gibt heutzutage zwar weitreichenderen Schutz durch Gesetze, codes of conduct und Anlaufstellen, viel hat sich getan, aber die tägliche Berufsrealität ist immer wieder und viel zu oft inakzeptabel. Auch für Kinder, sogar beim Kinderfilm. Erst kürzlich vertraute sich mir ein junger Kollege an, erzählte von acht- bis zwölfjährigen Kids, die an Zwölf-Stunden-Drehtagen (erlaubt sind für Kinder in diesem Alter fünf Stunden am Set, von denen sie drei arbeiten dürfen) extremer Hitze und cholerischen Anfällen eines mit Gegenständen um sich werfenden Regisseurs ausgesetzt waren. Und wir müssen über Täterschaft von Schauspielenden sprechen, die innerhalb des Systems auch extreme, kaum angreifbare Machtpositionen einnehmen und für sich nutzen können. Was also tun? Eine kleine Antwort ist „Empowerment“.
Julius Feldmeier, faz.net, 05.06.2026 (online)

