Zitiert: Der Fall Wenders und das schlechte Gewissen der Filmgeschichte

Was waren das denn nun eigentlich für Zeiten? Warum war es für den jungen Wenders so selbstverständlich, diese Szene zu drehen, für die Juroren des Deutschen Filmpreises, den Film daraufhin mit sechs Filmbändern in Gold auszuzeichnen (darunter für Regie, Drehbuch, Kameraführung und das Gesamtensemble), für Wolfgang Petersen, das Ganze mit Nastassja Kinski zwei Jahre später in dem „Tatort: Reifezeugnis“ zu wiederholen, und letztendlich auch für die minderjährige Kinski, sich offenbar verpflichtet zu fühlen, entgegen einem tiefen Unwohlsein dabei ein zweites Mal mitzumachen? […]

Aber was folgt daraus? Als Mindestanforderung sollte diese Erkenntnis nicht zur immer etwas bigotten Verdammung von irgendwem und irgendwas in der Vergangenheit dienen, sondern vielleicht zu einer Art Selbstüberprüfung in der Gegenwart: Was treiben wir alles, was uns morgen schon peinlich sein, was im Nachhinein als übergriffig empfunden werden wird?

Chris Wahl, faz.net, 09.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)