Zitiert: Das Märchen von der Originarität

In einer Welt, in der ein Großteil des Publikums die Filmindustrie dafür schmäht, nicht originell genug zu sein (gemeint ist damit allerdings originär), steht der automatische Algorithmus in der Kritik, alles noch mehr zu kopieren. Dabei macht KI nicht anderes als das menschliche Gehirn zu imitieren. Auch Menschen orientieren sich beim kreativen Prozess an diversen Vorlagen. Etwas gänzlich Neues erschaffen – also Originarität (das wird bei der Problematik schon mal mit dem anderen Wort verwechselt) – tut der Homo Sapiens ebenfalls nicht.

Aus diesem Grund wurden schöpferische Werke in der Geschichte der Welt schon immer kopiert. Allerdings brachte jeder menschliche Künstler etwas von sich und seinem Charakter bzw. seinen Erfahrungen mit ein. Das nennt sich Originalität. Und selbst das kann eine KI nicht ohne weiteres vollbringen. In ihrem jetzigen Stadium wirkt die künstliche Intelligenz noch allzu unfertig. Gänzlich verbieten sollte man die Technik nicht. Wie die Computer-Effekte so sollte KI in Zukunft als reines Hilfsmittel gesehen werden.

Lars Zschoke, digitalfernsehen.de, 06.01.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)