Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) gewährte nach 1945 in ihrer Besatzungszone (SBZ) mehr als 200 Verlagen eine Druckgenehmigung. Zum Ende der DDR gab es derer nur noch 78. Wie, wohin und weshalb entschwanden 150 Verlage? Auf der Suche nach Antworten begab sich Links quer durch Deutschland und unterzog sich einer wahren Kärrnerarbeit. […]
Von den 78 zu Ende der DDR verbliebenen Verlage existieren heute nur noch zehn. Links, der „die gute Buchproduktion in der DDR“ lobte und auf die Vielzahl internationaler Preise hierfür verwies, beklagte, dass es im Zuge der Privatisierung der ostdeutschen Verlage nach 1990 zu „einem fatalen Ausdünnen von kreativen Potenzialen kam, mit Nachwirkungen bis heute“. Der Anteil ostdeutscher Buchpublikationen am gesamtdeutschen Buchmarkt beträgt nur fünf Prozent. „Dieses Ungleichangebot ist sehr bedauerlich.“
Christoph Links, nd-online.de, 27.03.2026 (online)

