Die Wahl zum nächsten Chef des ORF wird zu großem Theater, inklusive einer Hauptabend-Fernsehshow. Keine schlechte Idee in Zeiten, in denen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk viel auf dem Spiel steht. […]
Offenkundig wird in Österreich mit harten Bandagen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskutiert, und das ziemlich gesamtgesellschaftlich. Wurde in Deutschland schon mal über einen Post auf Bluesky, einer der Plattformen für Twitter-Exilanten, diskutiert? […]
Sollte Deutschland also, was die Wahl von Rundfunkanstalten-Intendanten angeht, von Österreich lernen?
Na ja, ob die Wahl ähnlich spannend verläuft wie ihre Inszenierung, bleibt eine andere Frage. Schließlich voten weder das österreichische Publikum noch internationale Experten, sondern der 35-köpfige Stiftungsrat des ORF. Der ist bekanntlich beinhart politisch besetzt. Und auch, dass die ÖVP, die derzeit Österreichs Bundeskanzler stellt, den erwähnten Clemens Pig von der APA als Favorit sah und sieht, ist seit Wochen bekannt.
Christian Bartels, MDR Altpapier, 10.06.2026 (online)

