Die staatsvertragliche Neuregelung betrifft auch die Nachrichten für Kinder beim KiKa, den ARD und ZDF zusammen betreiben. Für das dortige Nachrichtenangebot „logo!“ ist das ZDF zuständig. Texte könnten auf logo.de und dem zugehörigen WhatsApp-Kanal immer wieder erst deutlich nach der TV-Ausstrahlung erscheinen, so das ZDF. Das betreffe auch aktuelle Nachrichtenereignisse. ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke sagte im Juni im Fernsehrat, die Hauptnutzung von „logo!“ im Netz verschiebe sich durch spätere Text-Veröffentlichung von bisher 19.00 Uhr auf etwa 20.00 Uhr.
In der Regel würden auf logo.de die Texte so von der Redaktion vorbereitet, dass sie veröffentlicht werden könnten, sobald die Videos für die Nachrichtensendung vorlägen, erklärte das ZDF auf Nachfrage. Eine weitere Folge der neuen Vorschriften sei, dass die Redaktion „weniger eigene Themen unabhängig von TV auf logo.de setzen“ könne. Aus redaktioneller Sicht hätten Text und Video für Kinder jeweils eigene Stärken, heißt es aus Mainz: Welche Form besser geeignet sei, hänge vom Thema, vom Bedürfnis der Nutzer*innen sowie von der jeweiligen Situation ab.
Aufgrund der neuen Regelungen hat sich dem ZDF zufolge das Verhältnis von Video und Text zugunsten von Videos verschoben: Es werde auf logo.de vermehrt Video-Content eingebunden. Die Zahl der Videoabrufe und dortige die Verweildauer seien zuletzt gestiegen. Dagegen seien die Seitenaufrufe von Texten zurückgegangen.
Im Reformstaatsvertrag haben die Bundesländer die Regelungen zur Presseähnlichkeit für die öffentlich-rechtlichen Sender strenger gefasst.
Volker Nünning, M(verdi), 19.08.2026 (online)

