Zitiert: ARD und ZDF zahlen 152 Millionen für die WM und kürzen ihre Nachrichten

Für die WM-Rechte zahlen ARD und ZDF Millionen. Doch in den Spielpausen schrumpfen die Hauptnachrichten auf ein Minimum

Eine Tagesschau mit über 23 Millionen Zuschauern, ein spätabendliches heute-journal mit „mehr als zehn Millionen Zuschauern“: Oft gibt es das nicht. Das gibt’s eigentlich nur bei großen Fußballturnieren, die halbwegs am deutschen Fernseh-Hauptabend laufen.

Nutzen ARD und ZDF nun die Chancen, sich wie immer die immer teurer werdende Rechte an den Fußballspielen gesichert zu haben, um großes, zunehmend kritisches Publikum von den Vorzügen öffentlich-rechtlicher Berichterstattung wie zum Beispiel aktuellen Nachrichtensendungen zu begeistern? Na ja. […]

So blieb in der viertelstündigen Halbzeitpause Platz für noch zwei weitere Programm-Elemente: für zwei Eigenwerbe-Spots der ARD sowie für Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger, die eingebettet in die jubel-orientierten Fifa-Bilder und -Töne auf die Höhepunkte der ersten Halbzeit zurückblickten. […]

An diesem Tag zeigte die ARD keinen Fußball, sondern startete mit Spielbeginn in eine Doppelschicht neunzigminütiger Krimi-Wiederholungen. Ihre Tagesthemen sendete sie anschließend um 23.30, dafür eine Viertelstunde kürzer als normal. […]

Doch was ARD und ZDF zu verpeilen scheinen: So ein großes Fußball-Turnier mit seiner umfangreichen Berichterstattung böte gute Gelegenheit, dem zahlungspflichtigen Publikum Vorteile des besonders großen, kostenintensiven deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Systems mit gleich zwei linearen Hauptsendern und zwei Sendergruppen zu demonstrieren.

Was allerwenigstens heißen müsste: An Abenden, an denen der eine Hauptsender sich auf den Fußball konzentriert, sollte der andere in mindestens gewohntem Ausmaß und zur üblichen Zeit aktuelle Nachrichten zeigen. Am Freitag war das tatsächlich der Fall.

Christian Bartels, Telepolis, 17.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)