Zitiert: ARD und ZDF verzögern einen Strukturwandel

In 45 von 48 Märkten schauen mehr Menschen Online-Nachrichtenvideos als lineares Fernsehen. Die drei Ausnahmen, wo TV noch gleichauf liegt oder leicht vorne: die Niederlande, Dänemark und Deutschland. Grüße gehen raus an die Kolleg:innen von ARD und ZDF

59 Prozent der Deutschen (mein Vater inklusive) sehen noch mindestens einmal pro Woche lineare TV-Nachrichten. Global ist dieser Anteil seit 2020 um 13 Prozentpunkte gesunken.

Was das bedeutet: ARD und ZDF, und damit vor allem Tagesschau und ZDF heute / heute journal als Marken, verzögern einen Strukturwandel, der anderswo längst vollzogen ist. Das schützt etablierte Formate zwar kurzfristig. Ob es sie langfristig allerdings anfälliger macht, hängt davon ab, was nach den heutigen 18- bis 24-Jährigen kommt – und ob die öffentlich-rechtlichen Angebote sie dann noch erreichen. Schauen Leute wirklich irgendwann lineares Fernsehen, wenn sie mit TikTok und Instagram sozialisiert wurden?

Martin Fehrensen, socialmediawatchblog.de, 18.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)