Zitiert: ARD treibt Kinder auf das Smartphone

Was die Waldbrände im Süden Europas angerichtet haben, schaffen im öffentlich-rechtlichen Qualitätsrundfunk in der BRD die furiosen Intendanten: Sie reformieren, bis nur noch verbrannte Erde zurückbleibt. Eine ARD-Anstalt nach der anderen hat ihr Kulturradio »durchhörbar« gemacht – mit der immer gleichen Folge, dass die Hörer zum Deutschlandfunk abgewandert sind. Und weil dessen Hörerzahlen so unzulässig angewachsen sind, hat ihro Ignoranz, die DLF-Intendanz, beschlossen, ebenfalls mehr „Durchhörbarkeit“ zu schaffen. Der Westdeutsche Rundfunk will derweil das Migrantenradio Cosmo plattmachen und das Kinderprogramm bei WDR 5 streichen. Oder »weiterentwickeln«, wie der Sender es nennt.

Der Begriff passt teilweise sogar. Das Mausradio im Internet und auf DAB plus bekommt ab 2. September eine richtige Frühsendung und „perspektivisch“ eine Sendung zur Drive Time. Die kann Ronnie dann einschalten, während er mit seinem Laufrad durch den Berufsverkehr demmelt. Die bisherigen Kindersendungen auf WDR 5 aber sollen 2027 verschwinden. Die Kids müssen also künftig das übergriffige Handy in die Hand nehmen, wenn sie die Maus hören wollen. Wäre die Anstalt ehrlich, würde sie mitteilen: „Verpisst euch aus dem Äther, Rotznasen, und scrollt gefälligst am ­Handy, bis die Synapsen kotzen …“

Natürlich spricht nichts dagegen, das Mausradio auszubauen, danke dafür, aber schaltet bitte nicht die Kindersendungen im Dampfradio ab, die Eltern und Nachwuchs am Küchentisch gemeinsam verfolgen! Und die aus Pippilotta und Oscarchen die Kulturradiohörer von morgen machen können.

Pierre Deason, Junge Welt, 02.08.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)