Zitiert: An welcher Stelle im KI-Loop wird der Mensch im Journalismus tätig

In vielen Fällen prüft der „human in the loop“ die KI-generierten Inhalte kurz vor der Veröffentlichung – also dann, wenn das Ergebnis schon steht.

Zu diesem Zeitpunkt sind die wesentlichen Dinge aber längst entschieden. Welche Quellen berücksichtigt werden und welche nicht. Welche Fakten als relevant gelten. Welchen Dreh das Ergebnis nimmt, was in den ersten Satz kommt und was nach unten rutscht.

Was bleibt, ist eine Prüfung auf Richtigkeit: Stimmen die Namen? Stimmen die Zahlen? Ist nichts erfunden? Der Mensch verifiziert ein Ergebnis, dessen Zustandekommen er nicht kennt. Das ist nicht nichts, aber es ist auch nur ein Ausschnitt dessen, was den journalistischen Prozess ausmacht. Journalist:innen werden damit auf den Faktencheck reduziert – obwohl die redaktionelle Verantwortung weit mehr umfasst.

Für das Publikum hat das eine Konsequenz: Wenn unter einem Text ein Name steht, geht es selbstverständlich davon aus, dass diese Person entschieden hat, was drinsteht. Bei einem Text, der maschinell entworfen und anschließend gegengelesen wurde, stimmt das so nicht mehr.

Dennis Horn, Übermedien, 24.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)