In vielen Fällen prüft der „human in the loop“ die KI-generierten Inhalte kurz vor der Veröffentlichung – also dann, wenn das Ergebnis schon steht.
Zu diesem Zeitpunkt sind die wesentlichen Dinge aber längst entschieden. Welche Quellen berücksichtigt werden und welche nicht. Welche Fakten als relevant gelten. Welchen Dreh das Ergebnis nimmt, was in den ersten Satz kommt und was nach unten rutscht.
Was bleibt, ist eine Prüfung auf Richtigkeit: Stimmen die Namen? Stimmen die Zahlen? Ist nichts erfunden? Der Mensch verifiziert ein Ergebnis, dessen Zustandekommen er nicht kennt. Das ist nicht nichts, aber es ist auch nur ein Ausschnitt dessen, was den journalistischen Prozess ausmacht. Journalist:innen werden damit auf den Faktencheck reduziert – obwohl die redaktionelle Verantwortung weit mehr umfasst.
Für das Publikum hat das eine Konsequenz: Wenn unter einem Text ein Name steht, geht es selbstverständlich davon aus, dass diese Person entschieden hat, was drinsteht. Bei einem Text, der maschinell entworfen und anschließend gegengelesen wurde, stimmt das so nicht mehr.
Dennis Horn, Übermedien, 24.08.2026 (online)

