Aber sie verändern die tiefgreifenden Bedingungen, unter denen Politik stattfindet.
Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, Technologie als Gegner zu betrachten. Stattdessen ist es sinnvoller zu verstehen, dass technische Systeme niemals völlig neutral sind. Jede Auswahl erzeugt Konsequenzen, insbesondere dort, wo Aufmerksamkeit über gesellschaftliche Relevanz urteilt.
Die politische Öffentlichkeit des 21. Jahrhunderts entsteht nicht ausschließlich in Parlamenten, Redaktionen oder auf Marktplätzen. Sie entsteht substanziell in den unsichtbaren Architekturen digitaler Empfehlungssysteme. Gerade, weil diese Architekturen meist unbemerkt bleiben, lohnt es sich, erheblich genauer hinzusehen.
Julia Engels, Telepolis, 29.05.2026 (online)

