Der aktuellen AfD-Berichterstattung mangelt es zu oft an einer intelligenten Koordinierung, das Wissen über die Partei wird nicht gesteuert, und die Inhalte werden, wie man neudeutsch sagt, nicht kuratiert. Denn es ist keinesfalls so, dass es das Wissen über die AfD nicht gäbe. Auch innerhalb von ARD und ZDF. Doch gerade aufwendige investigative Formate und Dokumentationen existieren isoliert neben der aktuellen Berichterstattung und den Talkshows nebenher. Wenn also ein Autor über Jahre einen bestimmten Sachverhalt recherchiert und zweifelsfrei belegen kann, heißt das nicht, dass das Wissen etwa über die AfD im Sender zum Maßstab wird – ja, nicht einmal, dass es wahrgenommen wird. Im Wissenschaftsbetrieb wäre es undenkbar, dass man die wichtigsten Quellen ignoriert. Im Journalismus geht das – die investigativen Berichte werden zu oft lediglich als Feigenblätter genutzt und nicht als Benchmark.
Michael Kraske und Dirk Laabs, MDR Altpapier, 21.08.2026 (online)

