Drei Jahrzehnte voller Pioniergeist, Irrwege – und die Erkenntnis, dass guter Journalismus kein Selbstläufer ist. Ein Leitartikel.
Wer sich an die frühen Jahre des World Wide Web erinnert, hat vielleicht noch den Klang der Modems im Ohr – dieses Kratzen und Piepen, als würde sich eine Tür in eine unbekannte Welt öffnen. In genau diese Welt hinein wurde Telepolis geboren: am 18. März 1996, vor genau 30 Jahren.
Dass wir heute diesen Geburtstag feiern können, verdanken wir in erster Linie der Verleger-Familie Heise, die Telepolis nicht nur aus der Taufe gehoben, sondern drei Jahrzehnte lang getragen und gefördert hat – auch dann, wenn der Wind rau blies und das Projekt nicht immer ein Selbstläufer war. Das war alles andere als selbstverständlich, und dafür gebührt ihr besonderer Dank und Anerkennung. […]
Eine alte Börsenweisheit lautet: „There is no free lunch“. Das gilt auch für das Internet: Nichts gibt es wirklich umsonst, irgendwo muss man immer zahlen – besonders dann, wenn man auch mal etwas Kritisches lesen möchte. Deshalb hat Telepolis vor einigen Jahren ein Bezahlmodell eingeführt, auf freiwilliger Basis, damit Leser kritischen Journalismus unterstützen können.
Und, das wird sicherlich schon manchem aufgefallen sein: Wir müssen zunehmend auch darauf drängen, dass unsere Leserinnen und Leser ihre Werbeblocker ausschalten – denn auch Werbung ist ein Baustein, der unabhängigen Journalismus trägt.
Bernd Müller, Telepolis, 18.03.2026 (online)

