Wissenschaft und Journalismus: Wie kann medial taugliche Kommunikation funktionieren?

Journalismus fungiert als Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaftskommunikation, doch wenn Journalismus politisch anderes vorhat, grätscht er den wissenschaftlichen Aspekt einfach weg. Liegt hierin die Skepsis vieler Menschen gegenüber dem Wort der Wissenschaft begründet? […]

Nutzen also teils Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren Status, um eigene Meinung im öffentlichen Raum zu „verwissenschaftlichen“? Das mag eine kleine Gruppe betreffen, findet jedoch mehr Gehör als die seriöse Analyse.

Dass dem so ist, liegt an der generellen Popularisierung von Wissenschaft im massenmedialen Diskurs. Vermutlich war es die Covid-19-Pandemie, die ein wissenschaftlich komplexes Thema in jedes Wohnzimmer getragen hat. Und es war die Sternstunde der Aufmerksamkeitsökonomie, weil jeder plötzlich (Wissenschafts-)Experte war und alle den Experten in der Sache, Christian Drosten, widerlegen wollten. Der wissenschaftliche Sachdiskurs? Blieb weitgehend auf der Strecke.

Mediale Aufmerksamkeitsökonomie setzt also weniger auf Expertendiskurs als vielmehr auf massenmediale Verbreitungsvielfalt.

Katja Thorwarth, fr.de, 28.04.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)