Volker Herres im Interview zum Dokfilm: Seine Wortwahl ist entscheidend.

Volker Herres gab Promedia (07/2015) ein Interview (online), in dem es u.a. um das Dokumentarische im Ersten geht.

 

medienpolitik.net: Der Dokumentarfilm „Citizenfour“, den der BR und der NDR mit finanziert haben, hat einen Oscar erhalten. Wann läuft er im Ersten? Vielleicht 20.15 Uhr?

Volker Herres: Um ein möglichst großes Publikum für diesen herausragenden Dokumentarfilm zu erreichen, zeigen wir „Citizenfour“ im Feiertagsprogramm 2015/16. Erfahrungsgemäß ist das Interesse in diesem Zeitraum besonders groß.

 

medienpolitik.net: Warum läuft der Film nicht zu einem früheren Datum – jetzt wäre er doch hochaktuell?

Volker Herres: Zum einen wollen wir diesen Film in einer zuschauerstarken Zeit im Ersten zeigen und zum anderen bin ich davon überzeugt, dass das Thema noch länger sehr aktuell bleiben wird.

 

medienpolitik.net: Hat sich die Zahl „klassischer“ Dokumentationen zugunsten von Verbraucher-Tests wie „Hackfleisch im Test“ verringert?

 

Volker Herres: Nein, die Anzahl unserer Dokumentationen und Reportagen hat sich mit den „MontagsChecks im Ersten“ nicht verringert. Diese Verbrauchersendungen sind ja an Stelle der Ratgeber im Ersten getreten.

 

medienpolitik.net: Welche Rolle spielen eigentlich Dokumentationen/Dokumentarfilme für Ihre Quotenbilanz?

Volker Herres: Dokumentationen und Reportagen sind ein ebenso wichtiger wie unverzichtbarer Bestandteil im Programmangebot des Ersten. Wir sind stolz auf dieses Genre, das wir auch weiterhin mit unvermindertem Ehrgeiz pflegen. Natürlich erreichen diese, häufig mehrfach preisgekrönten Filme nicht den Marktanteil, den wir beispielsweise mit Fiktion erzielen. Nach dem Urteil der Zuschauer bietet Das Erste die besten Dokumentationen und Reportagen im deutschen Fernsehen.

 

 

Nun, die Worte sind bestens gewählt.

 

  1. Einen „herausragenden Dokumentarfilm“ zeigt er nicht zeitnah um 20.15 Uhr, sondern im „Feiertagsprogramm“, weil er da lockerer programmieren kann und sich nicht den tagtäglichen „Audience Flow“ zerstört.
  2. Die Anzahl der Dokumentationen und Reportagen hat sich mit dem Montagscheck nicht verringert – das ist wohl korrekt in Bezug auf den Montag. Von der Gesamtanzahl bzw. der Gesamtdauer ist in den Antworten keine Rede.
  3. Er wird nach Dokumentarfilmen und Dokumentationen gefragt und beschreibt den Umgang mit Dokumentationen und Reportagen, die kein „unverzichtbarer Bestandteil im Programmangebot des Ersten“ sind.

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