Rainald Becker als meinungsstarker Chefredakteur

Rainald Becker ist für die Vorratsdatenspeicherung, denn dadurch wird Deutschland „ein Stück sicherer”. So sein Tagesthemen-Kommentar (15.04.2015, ab 3.30). Für Markus Beckedahl war dies der „wahrscheinlich unterirdischste Kommentar des Tages zur geplanten Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung“. Für Markus Beckedahl schaffte es Rainald Becker „innerhalb von nur 90 Sekunden die Vorratsdatenspeicherung so zu erklären, dass das so auch genauso aus der Presseabteilung des Innenministeriums kommen könnte. Fakten spielen da keine Rolle, die Argumentation passiert auf der Gefühlsebene. Außerdem sollten wir uns nicht so anstellen, wir würden ja auch lauter Privatunternehmen unsere Daten freiwillig geben. Der Höhepunkt ist die Suggestion, dass mit der Vorratsdatenspeicherung „größtmögliche Sicherheit“ komme.“

Und er weißt darauf hin, dass Rainald Becker schon 2010 faktisch auf US-Linie war: „Was Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bürger angeht, sollten wir uns an den USA orientieren: Telefonüberwachung, Online-Durchsuchung, Datenspeicherung und ab und zu ein Fingerabdruck – das ist kein Teufelszeug. Wer das nicht will, kann sich ja zuhause hinter dem Ofen verkriechen.“ Anne Burgmer beschreibt in der Berliner Zeitung (23.04.2015, nicht online), dass Rainald Becker sich nicht nur journalistisch schnell positioniert, sondern auch in entscheidenden Fällen weit daneben liegt. „Viel Unmut zog er auch auf sich, als er 2011 kurz nach den Anschlägen in Oslo ausführte, dass auch ein islamistischer Hintergrund möglich sein könnte, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits alles in eine andere Richtung deutete.“

 

Somit ist es ein klares Zeichen, welcher Art von Journalismus die Mehrheit der ARD-Intendanten präferieren, wenn sie ihn nun dazu berufen, ab 2016 Chefredakteur der ARD sowie ARD-Koordinator für Politik, Gesellschaft und Kultur werden.

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