Klick-Tipp: Politiker*innen als opportune Zeug*innen?

Die Debatte um öffentlich-rechtliche Medien (ÖRM) in Deutschland ist nicht nur von strukturellen und politischen Herausforderungen geprägt, sondern wird auch entlang ideologischer Linien geführt. Empirische Befunde deuten darauf hin, dass Einstellungen zu ÖRM in der Bevölkerung entlang politischer Links-Rechts-Einstellungen variieren. Inwiefern sich solche Unterschiede auch in der Medienberichterstattung über ÖRM widerspiegeln, ist bislang jedoch kaum untersucht worden. Diese Studie setzt an dieser Forschungslücke an und analysiert am Beispiel des rbb-Skandals 2022 und anhand des theoretischen Konzepts der opportunen Zeugen, wie sieben deutsche (Print-)Medien mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung über Strukturreformen von ÖRM berichten. Dabei wird untersucht, inwiefern in der Berichterstattung Politikerinnen als opportune Zeuginnen eingesetzt werden und inwiefern systematische Bevorzugungen oder Nicht-Nennungen bestimmter politischer Parteien, Kritikpunkte oder Reformforderungen erkennbar sind. Die Ergebnisse zeigen – im Einklang mit bisherigen Studien zu opportunen Zeuginnen –, dass vor allem konservative Medien zwar teilweise politische Akteurinnen, insbesondere aus der CDU/CSU, bevorzugen, eine systematische Bevorzugung oder Nicht-Nennung spezifischer Kritikpunkte und Reformforderungen sich jedoch nicht nachweisen lässt. Die Ergebnisse werden auf Basis der Überlegungen zum Konzept der opportunen Zeugen diskutiert, eingeordnet und als Heuristik in der Auswahl von Argumentträger*innen beschrieben

Johanna Wolleschensky, Maike Körner, Annika Sehl, Henning Eichler, Korbinian Klinghardt, Jonas Schützeneder & Michael Graßl, 04/2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)