Eine Lehre aus der Griechenland-Krise: Europa braucht einen Fernsehsender für eine gemeinsame Öffentlichkeit

Carolin Emcke fordert in Ihrem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung (4.7.2015) deshalb einen unabhängigen europäischen Fernsehsender.

 

„Ein unabhängiger Fernsehsender für alle könnte der Ort sein, an dem sich der Kontinent neu entdeckt und erfindet“, schreibt sie. Und weiter: „Es braucht endlich einen gemeinsamen, unabhängigen Fernsehsender, in dem sich Europa nicht mehr lokal oder imperial, sondern so vielsprachig und multiperspektivisch artikulieren kann wie es ist. In dem die dominante Rhetorik immer wieder herausgefordert wird durch seltenere, unerhörte Sprech- und Denkweisen. Ein europäischer Sender, “der Faktor und Medium der freien Meinungsbildung” sein sollte (wie es der Rundfunkstaatsvertrag für das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen formuliert) und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der europäischen Gemeinschaft nicht allein abbildet, sondern sie immer wieder neu befragt und belebt. Ein wirklich paneuropäisches Fernsehen beinhaltete mehr als nur Nachrichten-Sendungen (wie bei Euronews) oder Parlamentsdiskussionen (wie bei Europarl-TV), es sollte so informativ wie unterhaltsam, so irritierend wie berührend sein.“

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)